„Unkraut vergeht nicht“ oder „Hinweise für unser Leben“

„Unkraut vergeht nicht“ oder „Hinweise für unser Leben“

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Hören wir den Begriff „Unkraut“, sehen wir sofort ein ganz bestimmtes Bild vor unserem inneren Auge, je nachdem was wir gerade betrachten. Dabei gibt es von Natur aus gar kein Unkraut …
Aber was ist es denn dann, das „Unkraut“?

Also in den Augen eines (all-)gemeinen Gärtners ist es das Zeug, das er nicht in seinem Garten haben will. Im schlimmsten Fall hasst er es sogar. Und um es zu entfernen, hat er mehrere Möglichkeiten: Während der eine es immer wieder ausrupft, rückt der Andere ihm mit schweren Geschützen zu Leibe. Manche machen dem Unkraut sogar mit einem Bunsenbrenner so richtig Feuer unter’m Hintern …

Betrachten wir das Ganze von der zwischenmenschlichen Seite, können wir gewisse Gemeinsamkeiten erkennen:
In den Augen eines (all-)gemeinen Menschen werden diejenigen als „Unkraut“ bezeichnet, die er nicht in seinem Leben haben will. Im schlimmsten Fall hasst er denjenigen sogar. Und um ihn zu entfernen bzw. nichts mit ihm zu tun zu haben, hat er mehrere Möglichkeiten: Während der eine sich immer wieder ärgern lässt, ihm aber sonst aus dem Weg geht, begegnet ein anderer ihm mit Sticheleien oder Anfeindungen jeder Art. Manche machen dem „Unkraut“ mit Verleumdungen oder anderen seelischen und/oder körperlichen Verletzungen so richtig Feuer unter’m Hintern …

So wie dem Gärtner immer wieder dieses ungewünschte Gewächs begegnet, begegnen uns im Zwischenmenschlichen immer wieder ungewünschte Zeitgenossen oder ungewünschte Situationen mit ihnen. Und wir wissen: „Unkraut vergeht nicht“.

Aber was machen wir mit dem ungeliebten Zeitgenossen, egal ob wir uns von ihm geärgert fühlen oder ihn selbst einfach nicht ausstehen können?

Eins steht fest: Ärgern, egal wie, bringt uns rein gar nichts. Denn erstens benötigen wir doppelt soviel Zeit dafür: Uns zu ärgern und den Ärger wieder loszuwerden, und zweitens ändert sich dadurch wahrscheinlich rein gar nichts.

Also, was können wir tun?

Nun, wir können ihn so sein lassen wie er ist. Denn wenn er sich ändert, dann sicherlich nicht für uns, sondern nur für sich selbst!
Und dann gewinnen wir etwas Abstand zu demjenigen. Wir schauen uns selbst einmal an und fragen uns: „Was hat das eigentlich mit mir zu tun?“
Denn so wie viele (Un-)Kräuter wirksame Heilpflanzen oder Küchenkräuter sind, mit denen wir leckere Mahlzeiten zaubern können, so sind unliebsame Eigenschaften eines anderen Menschen vielleicht nur Eigenschaften, die wir selbst auch haben, die wir aber vor langer Zeit ablegten, weil sie uns nicht gefielen!? Oder es sind Eigenschaften, auf die wir neidisch sind, weil wir sie gern haben würden!? Oder oder oder …

Also, haben wir doch den Mut, mal einen Schritt zurückzugehen und das „Unkraut“ als das zu betrachten, was es ist:
Der unliebsame Zeitgenosse ist letztlich auch nur ein Mensch … ein Mensch, der geliebt sein will, wie jeder andere auch. Er will sich entfalten, seine Fähigkeiten zeigen, sie entwickeln und sein Leben genießen, genau wie wir.
Und das Unkraut im Garten ist letztlich auch nur eine Pflanze … eine Pflanze, die wachsen und gedeihen will, wie ihre pflanzlichen Artgenossen. Sie will sich entfalten und ihr Leben genießen, ihre grünen Blättchen in die Sonne strecken, sich zeigen und einfach nur geliebt sein.

Ja, und indem wir das „Unkraut“ aus einer anderen Perspektive betrachten und es als das annehmen, was es ist, ändert sich wahrscheinlich auch insgesamt unsere Haltung. So leben wir einfach unser Leben und finden immer mehr zu uns selbst. Und den Zeitgenossen, der uns nichts nützt, lassen wir einfach da, wo er ist : In seinem Leben, das er nur allein leben kann.

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